Schönheiten

Montag, 28. April 2014

Es war Nacht, ungefähr drei Uhr. Ich war am Abend so stolz gewesen nichts mehr gegessen zu haben und mit einem Hungergefühl schlafen zu gehen, wie schon lange nicht mehr. Ich lag Stunden wach und mein Bauch zog sich zusammen und wieder auseinander. Der Hunger plagte mich, ich hätte alles gegessen was vor gelegen hätte. Ich hielt es kaum aus. Ich schlief wieder ein und wachte wieder auf. Ich machte ein kleines Licht an. Ich sah schrecklich aus. Meine Augenringe waren tief und blau. Ich schlief seit Wochen nicht mehr durch. Ich schlich leise die Treppe runter, damit mich Niemand hörte. Ich schaute in den Kühlschrank und dachte nur noch daran meinen Hunger zu stillen. Bilder von dünnen, schönen Mädchen interessierten mich nicht mehr. Im Kühlschrank stand der Auflauf von gestern Abend, haufenweise Schoko-Joghurt, Wurst und Kuchen. Ich ass alles durcheinander auf bis schließlich nichts mehr übrig war. Ich war wieder dick. Mir war so unglaublich schlecht und ich merkte wie ich jeden Bissen bereute. Ich packte alles so schnell wie möglich beiseite um aufs Klo zu rennen und mir die Zahnbürste hastig in den Hals zu stecken. Es war schrecklich. Ich glaube, ich bin fast erstickt. Es kam nichts mehr und ich ging wieder ins Bett. Die Tränen liefen mir über die Wangen und ich wusste wieder, ich würde es niemals zu etwas bringen. Ich weinte so lange bis ich wieder schlief.

Das war vorgestern und ich weiß jedes mal wie es endet, doch ich kann es nicht lassen. Ich laufe jedes mal erneut runter. Ich kann mir nicht mal selbst dabei zusehen. Ich könnte das fast jeden Morgen erneut schreiben.

1 Kommentar:

  1. Dieser Text ist mir so nah. Ich kenne jeden einzelnen Satz. Und ich hasse dieses Leben. Ich hasse diese Gefühle und die Taten, von denen ich mich nicht zurückhalten kann. Es ist eines der schlimmsten Dinge, die ich nicht kontrollieren kann. Ich verstehe dich so gut.

    November

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